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Die Glucsburgh

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Die Glucsburgh

 

Innerhalb der Stadtmauern Goslars nimmt der Betrachter das „Obere Wasserloch“ als ein Fachwerkgebäude wahr, welches in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf einer mittelalterlichen, steinernen Wehrbrücke errichtet wurde. Es ist eines der markantesten Gebäude Goslars, das fast jeder Besucher der alten Kaiserstadt zu sehen bekommt. Unter dem linken (nordöstlich gesehen) Teil des Bauwerks fließt die Abzucht, ein künstlicher Nebenarm der Gose, in die Stadt.

 

Beim Blick unter die Brücke erkennt man noch den Spalt, durch den im Mittelalter ein Fallgitter zum Schutz der Stadt vor unerwünschten Besuchern herabgelassen werden konnte. Die Zahl 1651 am Haus gedenkt der Flutwelle, die als Folge eines Dammbruchs des Herzberger Teiches große Teile des Gebäudes und vor allem den sogenannten Schneiderturm zerstörte. Wie dieser Turm aussah und wo genau er gelegen hat kann heute nur noch vermutet werden.

Das Bauwerk beherbergte bis Ende 2009 noch 5 Wohnungen, die im Zuge der Renovierung zu 5 Funktionsbereichen (Wohnen und Kommunizieren, Studieren und Meditieren, Kochen und Essen, Ruhen und Schlafen, Sanitär) umorganisiert wurden. Bei der Innenraumgestaltung wurden historische Architekturmerkmale konsequent erhalten. Das Gebäude ist Residenz des Bauherrn und kreativer Treffpunkt für NachwuchswissenschaftlerInnen aus aller Welt.





Der Name der Glucsburgh: „Gluc“ klingt wie „Glück“, kommt hier aber vom griechischen Wort „Glucosinolat“ und dies wiederum bedeutet im Deutschen „Senföl“ (das Prinzip des scharfen Senfgeschmacks) während „Burgh“ ein altes englisches Wort für „Heimstatt“ ist. Glucosinolate sind der Schicksalsstoff meiner wissenschaftlichen Karriere, das „Obere Wasserloch“ in Goslar nach langem Wandern meine Burgh, die „Glucsburgh“. (Ewald Schnug, Juli 2012)


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Zeitmarken

10. Jahrhundert Martiniturm als solitärer Fluchtturm. 1256 erste urkundliche Erwähnung der Martinikapelle, Zugang zum Bergdorf (Vorläufersiedlung Goslars). 1356 älteste dendrochronologische Datierung im NO Flügel des Gebäudes. 1402 Einbindung des Martiniturms in die Wehranlage, Jahreszahl innen und aussen. 1582 Fachwerkbau auf der Wehrbrücke. 1621 Abbruch der Martinikapelle. 1651 Zerstörung des Schneiderturms durch eine Flutwelle vom Herzberger Teich. 1719 Jahreszahl innen über dem hohen Bogen des Abzuchtdurchflusses, Beginn der "zivilen" Nutzung. 1818 Endgültiger Abbruch des Schneiderturms. 1848 Umbau des Fachwerkbaus auf der Wehrbrücke, Bau des Ostflügels. 1986: Sanierung mit Verlusten historischer Substanz und signifikanten Baufolgeschäden. 2009 Erwerb durch Prof. Dr. mult. Ewald Schnug; Erkundungs- und Planungsphase. 2010–2013 denkmalgerechte konstruktive Sanierung.













Hausspruch

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