Ewald Schnug

Ewald Schnug (* 7. September 1954 in Hachenburg, Westerwald) ist ein deutscher Agrarwissenschaftler, Hochschullehrer und Forscher mit Schwerpunkten in Pflanzenernährung und Bodenkunde.

 

 

1 Leben
1.1 Ausbildung und wissenschaftlicher Werdegang
1.2 Beruf
2 Auszeichnungen
3 Lebenslehrer (chronologisch)
4 Entdeckungen, Erkenntnisse und Meilensteine seiner Forschung
5 Schriften (Auswahl)
6 Literatur
7 Weblinks

 

 

 

 

 

 

Leben

 

Schnug wuchs als erster Sohn des Gärtnermeisters Ewald Schnug und seiner Ehefrau Marianne, geb. Haas, auf dem elterlichen Betrieb in Altenkirchen im Westerwald auf. Er war von 1974 bis 2005 verheiratet.

 

 

Ausbildung und wissenschaftlicher Werdegang

 

Schnug besuchte zunächst die katholische Volksschule in Altenkirchen und machte im Jahr 1974 sein Abitur im naturwissenschaftlichen Zweig des Westerwaldgymnasiums in Altenkirchen. Im Jahr 1978 erhielt er das Diplom in der Fachrichtung Pflanzenproduktion an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Im Jahr 1982 promovierte er zum Dr. sc. agr. an der dortigen landwirtschaftlichen Fakultät, wo er im Jahr 1989 auch habilitierte. Im Jahr 1992 erhielt er den Titel Dr. rer. nat. habil. an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Technischen Universität Carolo Wilhelmina zu Braunschweig.

 

Beruf

Er war von 1979 bis 1992 am Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Christian Albrechts Universität zu Kiel tätig. Zunächst bis 1983 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter, anschließend bis 1989 als Hochschulassistent und schließlich bis 1992 als Junior-Professor. Zwischen 1982 und 1990 unterrichtete er darüber hinaus an der Fachhochschule für Landwirtschaft in Rendsburg angewandte Chemie. Im Jahr 1984 gründete er das Institut für landwirtschaftliche und landökologische Innovationen und Technologien (ILLIT) GmbH in Kiel, dem er bis 1994 als Gesellschafter und Direktor R & D, CEO vorstand. Als Stipendiat der Heisenberg-Stiftung absolvierte er zwischen 1990 und 1992 Lehr- und Forschungsaufenthalte in Newcastle upon Tyne und Aberdeen. Von 1992 an leitete er das Institut für Pflanzenernährung und Bodenkunde der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft in Braunschweig (FAL) und seit 2008 das Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde des Bundesforschungsinstitutes für Kulturpflanzen, Julius-Kühn Institut in Braunschweig/Quedlinburg. Seit 1996 ist er darüber hinaus für das 1933 in Rom gegründete Internationale wissenschaftliche Zentrum für Dünger und Düngung (CIEC) tätig. Von Juni 1996 bis September 2010 war er dort Vize-Präsident für Forschung und strategische Planung, in der Folge erster deutscher Präsident der Gesellschaft.

 

 

Auszeichnungen

 

1982: Fakultätspreis der landwirtschaftlichen Fakultät der Christian Albrechts Universität zu Kiel
1990: Stipendiat der Werner-Heisenberg-Stiftung
2008: Ehrendoktorwürde der Rumänischen Akademie für Land- und Forstwissenschaften „Gheorghe Ionescu-Şişeşti“

 

 

Lebenslehrer (chronologisch)

 

Jan Evert Post (Quantenphysiker, Westchester, Los Angeles, USA)
Fritz Beckmann (Theologe, Essen)
Carl Lambertz (bildender Künstler, Groß-Wittensee)
Maria Thun (Anthroposophin, Biedenkopf)
Meinhart H. Zenk (Biologe, St. Louis, USA)

 

 

Entdeckungen, Erkenntnisse und Meilensteine seiner Forschung

 

1976: Wasserlöslichkeit von Phosphatdüngern ist die Voraussetzung für ihre vollständige Ausnutzbarkeit
1977: Nährstoffmangel beeinflusst nicht die spektrale Signatur einer Pflanze im infraroten Bereich, beginnt mit Schwefelforschung
1980: Entdeckt bei Altenhof zum ersten Mal akuten Schwefelmangel an Raps im Freiland
1981: findet Gold in Sellerie, Düngung mit Elementarschwefel verringert die Pflanzenverfügbarkeit von Eisen im Boden; N/Fe+Zn Synergismus, S/Mo Antagonismus; Mo/Cu Antagonismus
1982: bodenversauernde Düngung verbessert die Manganversorgung von Pflanzen; wendet erstmals Hauptkomponenten- und Diskriminanzanalyse auf landwirtschaftliche Versuchsdaten an; kein physiologischer P/Zn Antagonismus
1984: Silizium-Düngung reduziert Pathogenbefall, CocaCola Methode zur Bestimmung verfügbarer Schwermetall in Böden
1985: Schwefel Eintrag aus der Atmosphäre quantifiziert; Bedeutung regionaler Variabilität von Merkmalen der Bodenfruchtbarkeit für die Düngung thematisiert
1986: Röntgenfluoreszenzanalyse zur Bestimmung des Gesamtglucosinolat (GSL) Gehaltes von Rapssaat; identifiziert das Weißblühen von Raps als Schwefelmangelsymptom, erste Vorstellung von GPS auf DLG Feldtagen
1987: GSL mit RFA im Feld, S-Düngung erhöht GSL Gehalt in Rapssaat
1987: Computer Aided Farimg (CAF)
1988: RFA-Methode für Vorernteuntersuchungen und Rapsextraktionsschrot, Uran in Rohphosphaten; Weizensorten mit adversem P/Mn Aneignungsvermögen
1989: bestimmt den Flächenertrag von Miscanthus mittels Fernerkundung, erste Ertragskarte, in Birkenmoor erste Anwendungsdemonstration von GPS im Feld, GSL sind reaktivierbare S-Ressourcen in Brassicaceen: Verbindung S-Versorgung-GSH/GSSG/-Myrosinase-GSL/DGSL (S-Versorgung – Halliwell Zyklus – GSL-Abbau), Räumliche Variabilität von Bodenmerkmalen in Versuchsanlagen, Equifertile
1991: erste Online Ertragskarte vom Mähdrescher, LORIS erfunden, entdeckt bei Darry zum ersten Mal akuten Schwefelmangel an Getreide im Freiland
1992: PIPPA (Ertragsgrenzwerte und Grenzlinien für Nährelemente in Getreide, Raps, Zuckerrüben, Lein, Baumwolle und Gummibaum), Light Particle Erosion, Schwefelmangel beeinträchtigt Backvolumen
1993: Local Ressource Management
1994: Monitor-Pedozellen
1997: Surf-Eye & LASSIE, Self-Surveying
1995: BOLIDES (BoundaryLine Developing System)
1998: erste Ausgabe von AgroPrecise in UK
1999: Beginnt mit Uranforschung
2000: MOPS (MOdel for Predicting Sulphurdeficiency), Jagdschrot aus Kalkperlen
2001: Erste Veröffentlichung von Urangehalten in deutschen Mineralwässern
2002: Konzept zum vorbeugenden Hochwasserschutz durch ökologischen Landbau (HOT),Spatial-Speciation
2003: Misteln indizieren Schadstoffe in Böden
2006: letaler Phosphormangel durch Phosphit, erstmals Grenzwert für Uran in der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung
2007: Jagdschrot aus abgereichertem Uran
2009: erstmals Grenzwert für Uran in deutschem Trinkwasser
2012: KBU veröffentlicht seine Grenzwerte für Uran in Düngern
2013: Nährstoffinduzierte Konkurrenz zur schonenden Beikrautregulierung, Energieneutrale Erzeugung sauberer Phosphordünger durch Verwendung nativen Urans in Rohphosphaten

 

 

 

Schriften (Auswahl)

 

Multivariate statistische Verfahren als Hilfsmittel zur Auswertung mehrfaktorieller Düngungsversuche am Beispiel der Faktorenanalyse. In: VDLUFA-Schriftenreihe. 16, 1986, S. 615–624.
mit S. Haneklaus: Indirekte Bestimmung des Gesamtglucosinolatgehaltes von Rapssamen mittels Röntgenfluoreszenzanalyse. In: Fresenius Z. Anal. Chem. 326, 1987, S. 441–445.
mit H. Beringer: Sulphur in Agro-Ecosystems. (Mineral Nutrition in Ecosystems, 2). Kluwer Academic Publ. Dordrecht, 1998, S. 1–38.
mit S. Haneklaus: Sulphur deficiency symptoms in oilseed rape (Brassica Napus L.) – The aesthetics of starvation. In: Phyton. 45(3), 2005, S. 79–95.
mit S. Haneklaus, L. J. De Kok, I. Stulen und E. Bloem: Sulfur. In: Barker and Pilbeam (Hrsg.): Handbook of Plant Nutrition. CRC Press, Boca Raton, Florida 2006, S. 183–238.
mit S. Haneklaus: Site specific nutrient management – objectives, current status and future research needs. In: A. Srinivasan (Hrsg.): Precision Farming – A global perspective. Marcel Dekker, New York, 2006, S. 91–151.
mit S. Haneklaus und E. Bloem: Sulfur and Plant Disease. In: Datnoff u. a. (Hrsg.): Mineral Nutrition and Plant disease. APS Press Minneapolis MN USA, 2007, S. 101–118.
mit L. J. de Kok: Loads and fate of fertilizer derived uranium. Backhuys Publishers, Leiden 2008.
Uran in Phosphor-Düngemitteln und dessen Verbleib in der Umwelt. In: Strahlentelex. 612-613, 2012, S. 1–8.
mit N. Haneklaus, H. Tulsidas und B. Tyobeka: High Temperature Gas-Cooled Reactors Enable Closed Phosphate Fertilizer Production. In: Dawei Zheng (Hrsg.): Proceeding of the International Conference on Frontiers of Environment, Energy and Bioscience. 2013, ISBN 978-1-60595-133-1, S. 792–798.
Fertilizer derived uranium and its thread to human health. In: Environm. Sci. Technol. 47, 2013, S. 2433–2434.
mit A..E. Ulrich, H.-M. Prasser und E. Frossard: Uranium endowments in phosphate rock. In: Science of the total environment. 478, 2014, S. 226–234.

 

 

 

 

Literatur

 

Feldhoff, H. und Gneist, C.: Ewald Schnug in Westerwälder Köpfe – 33 Porträts herausragender Persönlichkeiten Rhein Mosel Verlag, Zell/Mosel 2014, ISBN 978-3-89801-073-3, S. 147-150.

 

 

 

 

Liste der Publikationen von Ewald Schnug