Wetterfahne

Die Wetterfahne auf dem Dach der Glucsburgh ist aus Kupfer und trägt auf ihrer Spitze einen Morgenstern, Waffe des Mittelalters und Symbol der Venus.Handwerklich realisiert wurden Wetterfahne und Wasserspeier von Harald Otto, Metalldrückermeister im thüringischen Eichsfeld









Kaninchen

Dort wo die Stadtmauer an der Terrasse an die Hauswand der Glucsburgh stößt, steht ein Kaninchen, das mondsüchtig in den Südwesthimmel schaut. Wenn man in den vollen Mond sieht, was erkennen dann die Menschen in Asien? Ein Kaninchen, oder einen Hasen und dieser Hase/Kaninchen schaut nach seinem Kollegen im Mond! Und wie kommt das Kaninchen in den Mond? Nun, das war so: Als Buddha im Zuge seiner insgesamt 550 Tierinkarnationen einmal als Kaninchen unterwegs war, baten ihn die Menschen nichtsdestotrotz um Nahrungsmittel. Er aber antwortete, als Kaninchen könnte er ihnen nur Gräser geben. Als die Menschen darüber unzufrieden waren, bot er ihnen an, sie sollen Feuer machen, und er würde in das Feuer springen, auf dass sie bald darauf ein Grillhäschen verspeisen könnten. Die Menschen machten ein Feuer, und der Buddha/Hase setzte an zum Sprung, doch da ergriff ihn eine göttliche Hand im Flug, entriss ihn den Flammen und setzte ihn in den Mond.

Bei den Zapoteken in Mittelamerika sind Sonne und Mond Geschwister und waren gemeinsam unterwegs. Da entdeckte das Mondmädchen weiter vorne am Wegesrand etwas, das sich unter einem Busch versteckte – ein Kaninchen. Da sie es für sich alleine haben wollte, sagte sie nichts zu ihrem Bruder Sonne und blieb ein wenig zurück. Bruder Sonne eilte voraus, Schwester Mond aber ließ sich immer weiter zurückfallen. Als sie am Busch vorbeikam, packte sie das Kaninchen und versteckte es in ihrem Schoß. Ihren Bruder konnte sie nicht mehr einholen und tröstet sich seitdem mit dem Kaninchen. Diese Geschichte können wir am Himmel sehen: den Mond mit dem Kaninchen, das aus den Mondflecken geformt wird, und der Mond verändert stets seinen Abstand zur Sonne, kann aber nicht zu ihr gelangen (wenn der Mond die Sonne einholt, ist er für uns unsichtbar).

Der Vollmond im Mai (Montag, 4. Mai 2015, 05:42:06) hat viele Namen u.a. auch der „Hasenmond“ wegen des mondsüchtigen Hasen (Kaninchens, wird aber niemals „Kaninchenmond“ genannt!) oder Blumenmond, weil in der Nacht die Blumen zu Ehren des Mondes tanzen. Das Symbol des mondsüchtigen Hasen/Kaninchens ist ein uraltes, Fruchtbarkeit verheißendes, heidnisches Zeichen, welches auch für Wiedergeburt, Reichtum und Glück steht. In der christlichen Mythologie symbolisiert der Hase u.a. auch die Jungfräulichkeit der Gottesmutter (hier kommt´s dann auch zum Bruch mit dem Kaninchen, das bekanntlich besonders vermehrungsfreudig ist).









Sheela-na Gigs

Die beiden Wasserspeier an den mittleren Fallrohren der Nordost- (Stadtinnen-) und Südwest- (Pfalzgarten-) Seite symbolisieren „Sheela-na Gigs“ (ein Begriff aus dem Irischen, der so viel wie „Alte Hexe mit Brüsten“ (Ighle na gCíoch) bedeutet) die dazu dienen sollen, den Tod und das Böse fernzuhalten und böser Geister abzuwehren.


Die Sheela´s der Glucsburgh wurden abstrahiert nach zwei Vorlagen entworfen. Die erste ist ein Silberanhänger (mittleres Bild), den die schottische Künstlerin Laura Marsh 1995 erschaffen hat. Laura schreibt hierzu:

„This piece of jewellery is a modern tribute to a very well known Celtic goddess: often found outside churches in Southern Ireland. She is normally depicted with a wicked grin, holding her vulva open. Some may say that she is indeed a brazen form , but in fact she is just reminding us of where we came from. The holy gateway to birth and death. My version is little less scary, but the meaning remains the same. I have also added a spiral belly to reinforce the wonder of universal creation Bridget 1995“

Die zweite Inspirationsquelle für die Sheila´s der Glucsburgh ist die Sheila Na Gig der 1140 erbauten romanischen Kirche zu Kilpeck, 14km südwestlich von Hereford, 8km von der Grenze zwischen England und Wales.









Madonna

Im obersten Raum des Martiniturmes führt ein Kriechgang durch die Mauer bis unter das verschieferte Pultdach des Turmes. Der Zugang führt durch eine heute verglaste Öffnung in Brusthöhe der Nordseite. Hier steht eine ca. 60cm hohe Madonna aus historischer, kobaltblauer Salzbrandkeramik, des Kannebäckerlandes. Sie ist ein Geschenk meines Vaters bei seinem letzten Besuch in der Glucsburgh in der letzten Woche des Jahres 2012 bei dem auch das 40cm hohe Reliquienkreuz in die Küche der Glucsburgh kam. Dieses Reliquienkreuz stammt noch aus der am 01.07.1853 geweihten ersten katholischen Kirche Altenkirchens, die in der Bombennacht des 07.03.1945 zerstört wurde.









Dogs of Wrath

An den Treppeneingängen der Galerien im Erd- und Obergeschoß der Glucsburgh finden sich zwei Hunde- Statuen aus Coade-Stone (eine seit dem Barock bekannte Zementgußform). Die Halsbänder sind aus Blei und mit alten Kupfermünzen verziert. Zwar werden die beiden als kornische „Hunde des Zorns“ (Dogs of Wrath) bezeichnet, haben aber die für Griffons charakteristischen dreizehigen Klauen. In der keltischen Mythologie versinnbildlichen diese Fabelwesen Wachsamkeit und Stärke, aber auch Glaube und Treue und halten mit ihren Schilden böse Geister von den schlafenden Bewohnern des Hauses fern. Die beiden debütierten zuletzt in der neureren Filmgeschichte in „A history of violence“ von David Cronenberg aus dem Jahre 2005. In der walisischen Mythologie waren die Cŵn Annwn [ku:n anʊn] die Hunde Annwns, des Königreichs der Unterwelt. Annwn liegt der Sage nach in einem Wald im walisischen
Dyfed und wird als unsichtbare Parallelwelt zu unserer realen Welt gesehen.

 

 

 

 

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